Gut beraten ins Studium
Ein vorherige Beratung kann helfen Fehler und Frust im Studium zu vermeiden. Die Möglichkeiten sich zu Informieren sind dabei vielseitig und noch freiwillig ....
Studienberatung bietet Orientierung und Know-How für Studium und Studierendenleben
Psychologie, Jus, Betriebswirtschaft oder vielleicht doch Tibetologie? Massen- oder Orchideenfächer? Die österreichische Studienlandschaft ist breit gefächert und bieten eine Vielzahl von Studienrichtungen, gleichzeitig werden die Studienpläne, Fristen und Abläufe jedoch immer komplizierter und undurchschaubarer. Es kann deshalb nicht schaden sich vorab genauer über alle Möglichkeiten zu informieren. Die Suche nach dem perfekten Studium, muss aber nicht - wie oft - mit einer Internetrecherche und einem Durchforsten der Vorlesungsverzeichnisse enden. Es gibt viele Möglichkeiten sich vorab über verschiedene Studienrichtungen zu informieren, wie z.B. eine Beratung.
Zunehmende Bedeutung
Die Studienberatung gewinne, laut ÖH, in den kommenden Jahren zunehmend an Bedeutung. Die Gründe dafür: Neben der bereits erwähnten Verkomplizierung der Studienabläufe, werde auf politischer Ebene verstärkt Druck gemacht, beim erstgewählten Studium zu bleiben. Andererseits baue sich aber auch ein gesellschaftlicher Druck auf die jungen Menschen auf, was die Wahl der Studienrichtung betrifft. Es gehe immer mehr darum, was braucht die Wirtschaft (M.I.N.T-Fokus), oder was wollen die Eltern, als was interessiert die Studierenden. Diese würden dann glauben, diesem Druck nachgeben zu müssen. Eine Studienberatung könne dabei helfen, Möglichkeiten auszuloten, Abläufe zu verstehen und einige Eingangsfehler zu vermeiden.
Grundlegende Tipps zur Studienwahl
Laut Magdalena Hangel, Referentin für Studien und MaturatInnenberatung der ÖH, können schon das Beachten einiger einfacher Grundregeln bei der richtigen Studienwahl behilflich sein. Generell gelte, dass man studieren soll was einen interessiere. Studienentscheidungen auf Grund von Jobchancen und sonstigen Druckfaktoren führen meist zu Frust. „ Wenn man etwas studiert, dass einen nicht interessiert, ist das Studium langweilig bzw. überfordert es schneller oder man ist nicht so motiviert, es zu verfolgen“ erklärt Hangel. Dies gelte auch für den darauffolgenden Job.
Auch sei es ein weit verbreiteter Irrglaube, dass sich bei Studienantritt die Arbeitsmarktsituation beim Abschluss prognostizieren ließe. Bis dahin könne noch viel passierung und der Markt sich bis dahin komplett ändern. Angehende Studierende sollten sich auch genau über die Berufsmöglichkeiten eines Studiums informieren. Schließlich müsse man nicht unbedingt Jus oder Psychologie studieren um AnwältIn oder PsychotherapeutIn zu werden. Weiters empfehle es sich auch mit Studierenden aus dem Wunschstudienfach zu sprechen, da diese einen sehr guten Einblick in das Studium geben könne. Für eine detaillierte Information zum Studium bieten sich verschiedene Beratungsmöglichkeiten, die auch oft einen direkten Kontakt zu Studierenden ermöglichen.
Beratungsmöglichkeiten nutzen
Die Beratung fürs Studium muss nicht erst mit dem Ende der Schullaufbahn beginnen. Schon lange vor Studienantritt gibt es Chancen, sich ausführlich zu informieren. So bieten die verschiedenen Bundesländer meist im 7. Und 8. Schuljahr an den Schulen SchülerInnen- und MaturantInnen-Beratungen an, wo sich interessiert in Vorträgen und Kleingruppen über Studienrichtungen und Universitäten informieren können. Dabei stehen von der ÖH ausgebildete Studierende den SchülerInnen- zu Themen wie Inskription, Studienfächer, Aufnahme und Finanzierung- Frage und Antwort. Eine weitere Chance Hochschulluft zu schnuppern bietet das Programm „Studieren probieren“, im Rahmen dessen Studieninteressierte Kurse und Vorlesungen besuchen können, um sich so ein Bild von Studium und Lehre zu machen.
Für eine ausführliche Studienwahlberatung zB., bei vollkommender Orientierungslosigkeit, empfiehlt sich eine persönliche psychologische Studienwahlberatung. Hierzu ermöglicht die „Psychologische Studienberatung“ österreichweit persönliche Beratungstermine. Doch egal für welche Form der Vorbereitung auf das kommende Studierendenlebens man sich entscheidet, eine vorherige Orientierung kann Studis in spe einiges an Frust und Fehlern ersparen.
In Zukunft verpflichtend
Aktuell ist die Beanspruchung einer Beratung noch freiwillig, soll jedoch, wenn es nach der Regierung geht, in Zukunft vor dem Antritt eines Studiums obligatorischen sein. Eigentlich sollte die „verpflichtenden Studienwahlberatung“ schon in den letzen Semestern eingeführt werden, was jedoch aus finanziellen Gründen nicht möglich war. Die entgültige Einführung ist - sofern es sich finanziell und organisatorisch bewerkstelligen lässt- für das WiSe 2012/13 geplant.
Ziel der verpflichtenden Studienberatung ist, laut Ministerium, dass sich weniger Studenten für das falsche Studium entscheiden - wobei das neue Angebot "nicht zwingend zu einer konkreten Studienwahlentscheidung führen" müsse. In der Folge sollte es weniger Studienwechsel und -abbrüche geben, außerdem sollen auch bisher weniger frequentierte Studienrichtungen beworben werden. Was die Maßnahme wirklich bringen wird, wird sich wie auch bei der Voranmeldung, erst nach ihrer Einführung zeigen.
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