Uni Wien hat neuen Rektor
Der Mathematiker Heinz Engl fordert Studienplatzfinanzierung und blickt zuversichtlich in die Zukunft. Von Der ÖH Uni Wien kommt Kritik.
Der Beginn des heurigen Studienjahrs ist gleichzeitig der Beginn der Funktionsperiode des neuen Rektorats. Der technische Mathematiker folgt Georg Winckler nach, der die Uni von 1999 bis 2011 geführt hat. Die Personalie des Rektors ist allerdings nicht die Einzige Veränderung im Rektorat. Vizerektorin für Forschung und Nachwuchsförderung und erste Stellvertreterin des Rektors wird Susanne Weigelin-Schwiedrzik. Heinz Faßmann übernimmt den Bereich Personalentwicklung und Internationale Beziehungen. Christa Schnabl bleibt Vizerektorin an der Universität Wien und übernimmt die Gesamtverantwortung für den Bereich Studierende und Lehre. Für den Bereich Infrastruktur konnte mit Karl Schwaha ein erfahrener Experte aus der Wirtschaft gewonnen werden.
(v.l.) Senatsvorsitzender Helmut Fuchs, der neue Rektor der Universität Wien, Heinz Engl, sein Amtsvorgänger Georg Winckler sowie der Vorsitzende des Universitätsrates, Max Kothbauer
Die feierliche Inauguration fand im Festsaal der Universität Wien im Beisein von Engls Vorgänger Georg Winckler und den Vorsitzenden von Senat und Unirat, Helmut Fuchs und Max Kothbauer stadt. In seiner Antrittsrede fordert Engl die ransche Umsetzung der von Wissenschaftsminister Töchtele (ÖVP) angekündigten Uni-Milliarde. "Nur ein derartiger Schritt kann die Universität vor einem massiven Sparprogramm bewahren", sagt Engl und fordert wie schon sein Vorgänger die Studienplatzfinanzierung. "Die derzeitigen Überlegungen zu einer echten Studienplatzfinanzierung, verbunden mit einer Vollkostenfinanzierung der Forschung, geben Anlass zu Hoffnung, dass sich die Situation mittelfristig verbessern wird", gibt sich der neue Rektor optimistisch. Ob er sich bloß die Umstellzung der Finanzierung der Uni Wien auf ein System das von der Anzahl der Studierenden abhängig ist vorstellt oder ob er sich die Beschränkung der Studienplätze wünscht, lässt Engl offen.
Kritik von der ÖH
Maria Clar vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien lobt zum Antritt des neuen Rektors die gute Gesprächsbasis. Über den Sommer wurde ein stabile Kontakt etabliert, es habe ein "Austausch" statt gefunden. Die ausgetauschten Meinungen gehen allerdings auseinander. "Jedoch kann der Dialog an sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Interessen, Ziele und Vorschläge zwischen Rektorat und Studierenden derzeit entgegengesetzt sind", sagt sie. Insgesamt steht die ÖH Uni Wien den Prioritäten und Plänen des neuen Rektorats skeptisch gegenüber. Das Vorsitztem mahnt ein die Existenzsituation von Studierenden auf die Angenda zu setzen und fordert mehr Demokratie in den Gremien und bei der Gestaltung von Lehrveranstaltungen.
Internationales Renommee
Heinz W. Engl ist seit 1. Oktober 2011 Rektor der Universität Wien. Er studierte Technische Mathematik in Linz (Promotion sub auspiciis 1977). Seit 1988 ist Heinz W. Engl ordentlicher Universitätsprofessor für Industriemathematik an der Universität Linz. Gastprofessuren führten ihn unter anderem in die USA, nach Australien und Großbritannien. Seit 2003 leitet er das von ihm gegründete Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics (RICAM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, deren wirkliches Mitglied er ist. 2007 wurde er mit dem "Pioneer Prize" des "International Council for Industrial and Applied Mathematics" geehrt. Er ist auch Honorary Professor an der renommierten Fudan Universität in Shanghai.
2007 wechselte Heinz W. Engl als Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung an die Universität Wien. Als Dekan (1996 bis 2000 an der Universität Linz), als Referent des FWF und als stv. Universitätsratsvorsitzender (2003 bis 2007 an der TU Graz) sammelte der Mathematiker weitere Erfahrungen im Universitäts- und Forschungsmanagement.
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