Antrittsgespräch mit Neu-Rektor
Wie der neue Rektor der Uni Wien, Heinz Engl die Probleme der Uni Wien lösen will, erklärt er im Interview.
Die Uni Wien hat nach zwölf Jahren einen neuen Rektor. Heute Montag wurde Heinz Engl als Nachfolger von Gerog Winckler angelobt. Die Austria Presse Agentur (APA) sprach mit dem frischgebackenen Rektor über den Finanzbedarf der Uni Wien, Kritik der ÖH und neue Bachelor-Studiengänge.
Der Mathematiker Heinz Engl, frischgebackener Rektor der Uni Wien.
APA: Sie haben in Ihrer Inaugurationsrede gesagt, schwierige Zeiten kommen auf die Uni zu. Viele Studenten, wenig Geld - welche Ziele haben sie sich angesichts dieser Ausgangslage gesteckt?
Engl: Wir wollen die Studierenden, die wir haben, möglichst gut ausbilden können. Doch dazu braucht es auch mehr Geld, weil die Betreuungsverhältnisse in einigen Studienrichtungen - bei weitem nicht in allen - so sind, dass sie sich nicht verantworten lassen.
APA: Sie haben auch auf die Fächervielfalt als wichtiges Charakteristikum der Uni Wien hingewiesen. Wie passt das dazu, dass sie im Falle eines stagnierende Budgets Fächer schließen wollen?
Engl: Ich habe gesagt, wenn das Budget nicht steigt - also real sinkt, das ist ja die momentane Drohung - dann müssen wir Studienrichtungen einstellen. Das heißt ja nicht gleich ganze Fächer schließen, sondern vielleicht in manchen Studienrichtungen die Vielfalt, die es derzeit gibt und die an sich auch unser Ziel wäre, etwas einschränken. Wenn es weniger Geld gibt, wird man das spüren. Der Erhalt der Fächervielfalt ist das Ziel. Aber das braucht auch die notwendige Finanzierung.
APA: Seit der Audimax-Besetzung im Herbst 2009 hat sich die Situation für Studenten nicht wirklich verbessert. Rechnen sie mit erneuten Protesten?
Engl: Die Situation für die Studierenden hat sich schon etwas verbessert, weil es wurden ja Mittel aus der sogenannten Notfallreserve des Wissenschaftsministeriums investiert. Die haben wir investiert in die Verbesserung der Betreuungsrelationen etwa in der Publizistik. Es hat die Situation etwas verbessert, aber natürlich nicht nachhaltig. Die Situation ist weiter kritisch. Wir werden vor allem sehen, wie viele zusätzliche Studierende wir ab Herbst bekommen. Das Voranmeldesystem liefert uns keine neuen Informationen, wie kritisch die Situation wird.
APA: Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle hat für die Jahre 2013 bis 2015 eine Hochschulmilliarde angekündigt. Wären damit die Probleme der Uni Wien gelöst?
Engl: Ganz entscheidend wird erstens sein, wie groß diese Milliarde wirklich ist - das ist offenbar ein bisschen ein variabler Begriff in Österreich. Zweitens: Was wird dort schon alles hineingerechnet? Allein durch das Auslaufen der Regelung für die Studienbeitragsrückerstattung haben alle österreichischen Universitäten ab 2014 zusammen ein Loch von über 150 Mio. Euro. Sind die jetzt in der Milliarde drinnen oder kommen sie zusätzlich? Das ist eine ganz entscheidende Frage. Wenn diese 150 Mio. Euro zusätzlich zur Töchterle-Milliarde kommen würden, heißt das, dass die Universitäten bis 2015 nicht die Krise haben werden, wie ich sie sonst angekündigt habe. Es gäbe eine leichte Verbesserung. Aber eine große, nachhaltige Verbesserung muss weitergehen. Streng genommen würden wir die Töchterle-Milliarde jedes Jahr brauchen um in Verhältnisse wie etwa an der Universität Zürich zu kommen - das mag unbescheiden klingen, ist aber die Realität. Die Töchterle-Milliarde vermeidet nur die Katastrophe.
APA: Wie können sie eine Raum-Katastrophe vermeiden, sollte es wirklich deutlich mehr Studienanfänger geben? Ihr Amtsvorgänger Georg Winckler hat Ihnen etwa die Anmietung von Kinosälen empfohlen.
Engl: Er hat sie nicht nur empfohlen, sondern noch selbst in Angriff genommen. Es gibt Vorkehrungen in bestimmten Fächern, in denen die Räume überquellen. Aber ist das wirklich ein attraktives Studium, wo Vorlesungen in Kinosäle übertragen werden? Das ist nur eine Notmaßnahme. Der Engpass sind aber nicht nur die Räume, sondern auch die Lehrenden und wir haben derzeit auf Grund der gesetzlichen Regelungen keine seriösen Planungsgrundlagen, um in einigen Fächern zu sagen, wie viele Parallelgruppen wir etwa brauchen.
APA: Die HochschülerInnenschaft sagt, an der Uni Wien wird die neue Studieneingangs- und Orientierungsphase besonders streng umgesetzt. Ist das eine Notwehrmaßnahme, um die Zahl der Studenten zu verringern?
Engl: Zumindest mir gegenüber ist dieser Vorwurf von der ÖH noch nicht geäußert worden. Die Universität Wien hat das, was das Gesetz vorgibt, sehr seriös umgesetzt. Die Studieneingangsphase hat nicht das Ziel, quantitative Hürden zu setzen, sondern durch typische Lehrveranstaltungen in relativ kurzer Zeit klar zu machen, ob ein bestimmtes Studium für sie das Richtige ist oder nicht. Ob sie besonders streng ist oder nicht, werden wir erst sehen, wenn sie einmal durchgeführt worden ist.
APA: Die Uni Wien will in der Lehrerausbildung als großer Player mitspielen. Was bedeutet das für die Pädagogischen Hochschulen in Wien?
Engl: Es gibt erst Konzepte. Die beiden Regierungsparteien sollen sich zuerst einmal darauf einigen, welche Konzepte wirklich umgesetzt werden und je nachdem, wie die gesetzliche Lage dann ausschaut, werden wir unsere Maßnahmen treffen. Wir wollen jedenfalls ein zentraler Ausbildungsort für Lehrerinnen und Lehrer, insbesondere in der Sekundarstufe, bleiben und wir können auch andere Aufgaben bis hin zur Kindergartenausbildung übernehmen. Es ist nicht unser großer Wunsch, aber die Konzepte sehen das derzeit vor. Warten wir einmal ab, wie die Konzepte schlussendlich ausschauen - und ob sie auch Gesetz werden, das weiß man schließlich auch nicht.
APA: Ist eine "Kooperation auf Augenhöhe" mit den PH überhaupt möglich?
Engl: Augenhöhe bedeutet: Autonomie auf beiden Seiten, nicht dass beide in der Forschung auf dem selben Level sein müssen. Die beiden haben verschiedene Aufgaben. Aber die Unis sind autonome Einrichtungen mit Leistungsvereinbarungen mit dem Bund und die PH brauchen für jede Detailentscheidung das Ministerium. Daran krankt es.
APA: Sie liebäugeln mit einem Flächenfach Science, das sich erst beim Master in Biologie, Physik etc. aufsplittet. Könnten künftig Bachelorstudien an der Uni Wien generell Flächenfächer sein und erst danach eine Spezialisierung erfolgen?
Engl: Ein etwas breiteres Grundstudium in Naturwissenschaften oder anderen Studienrichtungen könnte schon sinnvoll sein. Es sollte aber nicht erst im Masterstudium aufgespalten werden, sondern nach einem ersten gemeinsamen Jahr. Man könnte bei zusätzlichen Mitteln auch überlegen, etwa ein Bachelorstudium Umweltwissenschaften einzurichten und dort sowohl sozialwissenschaftliche, als auch naturwissenschaftliche Fächer als auch vielleicht philosophische Überlegungen einzubringen, so dass man im ersten Jahr das Fach von einer sehr breiten Basis sehen kann und sich dann entscheidet, ob man in die naturwissenschaftliche oder eher in die sozialwissenschaftliche Richtung geht. Diese Ideen sind natürlich sehr schwer zu realisieren, aber darüber nachdenken werden wir.
-
ZWEI KLICKS für mehr Datenschutz! Der 1. KLICK stellt die Verbindung zu Facebook her. Für die Empfehlung ist ein 2. KLICK notwendig. So können ohne Ihre Zustimmung keine Daten an Facebook übertragen werden. Details siehe i-Button.
-
ZWEI KLICKS für mehr Datenschutz! Der 1. KLICK stellt die Verbindung zu Google her. Für die Empfehlung ist ein 2. KLICK notwendig. So können ohne Ihre Zustimmung keine Daten an Google übertragen werden. Details siehe i-Button.
-
ZWEI KLICKS für mehr Datenschutz! Der 1. KLICK stellt die Verbindung zu Twitter her. Für die Empfehlung ist ein 2. KLICK notwendig. So können ohne Ihre Zustimmung keine Daten an Twitter übertragen werden. Details siehe i-Button.
-
ZWEI KLICKS für mehr Datenschutz! Der 1. KLICK stellt die Verbindung zu AddThis her. Für die Empfehlung ist ein 2. KLICK notwendig. So können ohne Ihre Zustimmung keine Daten an Twitter übertragen werden. Details siehe i-Button.
-
ZWEI KLICKS für mehr Datenschutz! Der 1. KLICK stellt die Verbindung zu AddThis her. Für die Empfehlung ist ein 2. KLICK notwendig. So können ohne Ihre Zustimmung keine Daten an Twitter übertragen werden. Details siehe i-Button.
-
Auf allen Internet-Seiten, wo Like-it-Buttons standardmäßig eingebunden sind, werden ständig und ohne Zutun der User Daten an Facebook übertragen. Das bedeutet: Auch wenn Sie noch gar keinen Like-It-Button geklickt haben, wird unter anderem die URL der besuchten Seite, aber auch eine Kennung, die zumindest bei dort angemeldeten Nutzern direkt mit einer Person verknüpfbar ist, an die Betreiber gesendet. Damit lassen sich (anonymisierte) Surfprofile der Nutzer erstellen.
Auch wenn das in der Regel zu keinem Problem führt, ist das mit dem in unseren AGBs formulierten Versprechen, mit Ihren Daten so sorgsam wie nur irgend möglich umzugehen, nicht vereinbar. Daher werden auf studiKURIER.at sämtliche Verbindungen zu Social-Media-Plattformen nicht automatisch sondern mit einer Zwei-Klick-Lösung realisiert. Die Verbindung zu Facebook & Co wird erst durch aktives Klicken der Buttons hergestellt. Für die eigentliche Empfehlung ist dann ein zweiter Klick nötig. Zugegeben: Das bedeutet einen geringen Komfortverlust. Dafür können Sie aber - egal ob Sie unsere Social-Media-Angebote nutzen oder nicht - absolut sicher sein, dass ohne Ihre Zustimmung keine Daten an Dritte ertragen werden.
Beim Aktivieren der Buttons werden Sie - wenn Sie nicht bereits auf Ihrer Social-Media-Plattform eingeloggt sind - in einem neuen Fenster zur Anmeldung aufgefordert. In diesem Fall wird ein Cookie auf Ihrem Rechner platziert und Ihre Empfehlung an die jeweilige Social-Media-Plattform übertragen. Welche Nutzer dort diese Empfehlung sehen können, hängt von den Privatsphäre-Einstellungen ab, die Sie im Profil der jeweiligen Social-Media-Plattform getroffen haben.










Kommentare werden geladen...