Tränengas gegen Chilenische Studis
Nach Eskalation am Donnerstag rufen Studenten zu neuen Protesten auf.
Der chilenische Studentenführerin Camila Vallejo hat zu neuen Protesten am 19. Oktober aufgerufen. Vallejo verurteilte die Gewalt gegen die Demonstranten als unannehmbar und beispiellos. Die Polizei war am Donnerstag (Ortszeit) mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Protestierenden vorgegangen.Die Studenten fordern seit Monaten die Abschaffung der Studiengebühren in Schulen und Universitäten und verlangen, dass mindestens 60 Prozent der ärmeren Studenten Stipendien zugesichert bekommen. Das Studium in Chile kostet jährlich tausende Dollar. Zur Finanzierung der Universitätsausbildung müssen die meisten Studenten Kredite aufnehmen.
130 Festnahmen, 30 Verletzte
Nach dem Abbruch der Gespräche zwischen protestierenden Studierenden und der Regierung in Chile eskalierte am Donnerstag die Situation. Mit Wasserwerfern und Tränengas ging die Polizei am Donnerstag gegen tausende Studenten in Santiago de Chile vor, die sich nicht an die genehmigte Demonstrationsroute hielten. Rund 135 Menschen sind festgenommen worden. Nach Regierungsangaben wurden 30 verletzt, 25 von ihnen seien Polizisten. Zu Auseinandersetzungen sei es in der Hauptstadt Santiago sowie den Städten Valparaíso, Concepción und Valdivia gekommen.
Demonstration eskaliert
Die Studenten versammelten sich am Donnerstagmorgen ortszeit an ihrem üblichen Sammelplatz, der Plaza Italia. Die Stadtverwaltung hatte für diesen 37. Demonstrationszug jedoch nur eine Strecke von der Universität in den Westen der Stadt genehmigt. Von der Plaza Italia wollten die Studenten zum Präsidentenpalast ziehen. Die Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Studenten wurden von AFP-Reportern beobachtet. Zunächst lagen keine Angaben über Verletzte oder Festnahmen vor. Schon seit fünf Monaten fordern Studenten und Hochschullehrer eine tiefgreifende Reform der Hochschulen.
Die Chilenischen Studierenden fordern Regierungsbeitrag zu den Studienkosten. Die Polizeit geht mit Tränengas gegen sie vor.
Viertelmillion protestiert
Die Protestierenden wollen eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Bildung sowie eine bessere Ausstattung der staatlichen Schulen erreichen. An den Protesten beteiligten sich insgesamt rund 250.000 Schüler und Studenten, die teilweise seit Monaten den Unterricht boykottieren. Die Umfragewerte des konservativen Staatschefs Piñera fielen seit Beginn der Proteste auf 26 Prozent.
Gespräche wurden abgebrochen
Nach weniger als einer Woche hatten die Vertreter der Studenten zuvor ihre Gespräche mit der Regierung abgebrochen. Unter den derzeitigen Bedingungen ergäben Verhandlungen keinen Sinn, sagte Studentenführerin Camila Vallejo am Mittwoch (Ortszeit) nach mehrstündigen Gesprächen mit Bildungsminister Felipe Bulnes in Santiago. Der Studentenbund Confech, der ein kostenloses Hochschulstudium fordert, hatte sich kürzlich nach mehrmonatigen Protesten für ein besseres Bildungssystem zu Verhandlungen mit der Regierung von Präsident Sebastián Piñera bereit erklärt.
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