Bildungsaktionstag in Deutschland

Tausende Demonstranten erwartet. Auftakt mit polizeilicher Räumung eines Hörsaals in Berlin.

Schüler, Studenten und Auszubildende aus ganz Deutschland wollen am Donnerstag für ein besseres Bildungssystem auf die Straße gehen. Die Initiative "Bildungsstreik" rief unter anderem im Internet zu bundesweiten Protesten auf. Die Veranstalter rechnen mit Tausenden Demonstranten. Sie fordern mehr Geld für Bildung, die Einführung der Gemeinschaftsschule, Ausbildungs- und Studienplätze für alle und mehr Lehrer für kleinere Klassen.

Proteste in 30 Städten

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft begrüßte den Bildungsstreik und sagte am Mittwoch: "Das Recht auf Zugang zu kostenfreier Bildung für alle muss das Ziel sein. Das beginnt in der Kita, geht bis zum Master und darüber hinaus zu lebenslangem Lernen." In mehr als 30 deutschen Städten, darunter München und Hamburg, wollen Jugendliche gegen ungerechte Verhältnisse im Bildungssystem protestieren. In Berlin erwarten die Veranstalter der Demonstration mit dem Motto "Bildungsstreik - Bildung für alle" etwa 5000 Teilnehmer vor dem Roten Rathaus.

Week of education

Hintergrund der Protestaktionen am Donnerstag sind die "Global Weeks of Action for Education" - eine internationale Bewegung von Schülern und Studenten. Vom 7. bis zum 20. November setzen sich Jugendliche weltweit für Solidarität und freie Bildung ein. Im letzten Jahr demonstrierten am 17. November laut Veranstalter mehrere hunderttausend Menschen für ein faires Bildungssystem

Credit: APA/Pfarrhofer

Konfrontation

Am Vorabend der angekündigten Proteste ist es in Berlin bereits zur ersten Konfrontation zwischen Studierenden und Polizei gekommen. Am Mittwochabend gegen 23 Uhr haben 140 Polizisten einen besetzten Hörsaal an der Freien Universität Berlin geräumt. Der Dekan hatte seine eigenen Studierenden wegen Hausfriedensbruchs angezeigt. "Ich verurteile das Vorgehen von Polizei und FU-Präsidium. Was hier passiert, ist nicht hinnehmbar. Es wird mit Gewalt gegen Studierende vorgegangen, die sich einen Raum für friedliche Diskussionen schaffen wollen,“ sagte ein Student gegenüber dem deutschen „Tagesspiegel“. Für den heutigen Protesttag halten sich die Demonstranten „unterschiedliche Aktionsformen“ offen.

Autor: axb, dpa, zuletzt geändert: 17.11.2011 12:40
 
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