Demo für IE Bakkalaureat

Gegen die Abschaffung des IE Bak. gingen gestern hunderte Studierende auf die Strasse.

Mehrere hundert Studierende der Internationalen Entwicklung zogen im Dezember 2011 vom Alten AKH vor das Büro des Wissenschaftsministers am Minoritenplatz und skandierten "wir sind hier und wir sind laut, weil man uns den Bacherlor klaut". Dreitausend Studierende sind derzeit im Bak-Studium Internationale Entwicklung (IE) an der Universität Wien. Über 600 Erstsemestrige haben im Herbst ein Studium an der IE begonnen. Nun soll das Bakkalaureat in dieser Studienrichtung abgeschafft werden. Bis vor kurzem war der Plan des Rektorats IE nur als Bakkalaureatsstudium anzubieten und den Master zu streichen. Diese Pläne haben sich jetzt ins Gegenteil verkehrt.

Aktionstag der ÖH

Die ÖH Uni Wien wehrt sich mit einem Aktionstag gegen die Pläne des Rektorats die IE nur noch als Master anzubieten. Was den Studierendenvertretern besonders sauer aufstößt: "Es ist ein vielsagendes Signal, wenn zuerst an den gesellschaftskritischen Studien gespart wird." Unterstützung kommt von der Bundes-ÖH: Es darf nicht sein, dass die Verantwortlichen gerade Studien, die kritisches Denken fördern, streichen! Wir unterstützen die Forderungen nach dem Bestehenbleiben des IE-Bachelors mit anknüpfendem Master voll und ganz".

Credit: studikurier/axb

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Kritisch Denken

Zum Vorwurf der ÖH kontert Cornelia Blum, Pressesprecherin der Universität Wien gegenüber dem studiKURIER: Es geht nicht um kritisch oder unkritisch, vielmehr ums Budget und die Betreuungsqualität. „Obwohl die Uni Wien in drei neue Professuren investiert hat, ist die Betreuungsrelation angespannt,“ sagt Blum. Außerdem ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. Eine endgültige Entscheidung wird es im März oder April geben, heißt es aus dem Rektorat. Niemand hat wirklich Angst, dass von höherer Stelle das kritische Denken verboten wird. Die Studierenden machen sich aber Sorgen um das Institut. "Ohne Bachelor kein Institut für Internationale Entwicklung," sagt ein Demonstrant und zeigt auf die bunte Schar an Aktivisten. "Das hängt eine ganze Subkultur dran, die das Institut als Zentrum braucht. Entwicklungszusammenarbeit ist in Österreich so schon schlecht angeschrieben."

Argumente für den Master

Der Bachelor liegt den Studienden am Herzen, weil der Blickwinkel der transdisziplinären Disziplin einzigartig sei, sagt eine Aktivistin. "Man kann schon Soziologie oder Ökonomie studieren, aber diese Disziplinen vermitteln eine Sichtweise, die man schwer ablegen kann." Zwar könne man diesen Blick durch ein anderes Masterstudium relativieren, die Transdiziplinarität der Internationalen Entwicklung gehe aber weiter. "Es ist eines der wenigen Studien, das an die globalen Krisen der Wirtschaft und des Klimas aus verschiedenen Sichtweisen herangeht." Außerdem gäbe es keinen vergleichbaren Bachelor im deutschsprachigen Raum.

Abschluss sichergestellt

Final beschlossen sei jedoch noch nichts, "die Universität Wien diskutiert derzeit so wie alle anderen österreichischen Universitäten in Vorbereitung zur nächsten Leistungsvereinbarungsperiode den Entwicklungsplan". Das Bestehen des Bakkalaureats in der Internationalen Entwicklung ist Gegenstand des neuen Entwicklungsplans der Universität Wien. „Dabei wird auch das Studienangebot überprüft.“ Den rund 630 Studierenden, die im Wintersemester ein Bak-Studium an der IE begonnen haben, kann das Rektorat garantieren, dass „jeder und jede abschließen kann“Das können wir hundertprozentig sagen,“ so Blum. Wie hoch die Zahl der Studierenden im Master-Programm künftig sein wird, ist offen. „Das Modell das im Zuge der Entwicklungsplanung diskutiert wird ist, den Zugang zum IE-Masterstudium, über verschiedene Bachelorstudien zu ermöglichen, von der Politikwissenschaft, die Volkswirtschaft und andere mehr.

Autor: Axel Beer, zuletzt geändert: 20.04.2012 00:50
 
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