Kritik am Hochschulbericht
Die Daten sein gut, aber die Kritik fehle, finden Grüne und ÖH.
Geschönt, unkritisch und der Realität hinterher hinkend: Sowohl Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) als auch Grüne zeigten sich am Freitag von der Präsentation des Universitätsberichts 2011 wenig beeindruckt. Heinrich Schmidinger, Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), ortet indes einen "eindrucksvollen Beleg für die Leistungskraft der 21 öffentlichen Universitäten", sieht in Anbetracht der steigenden Studentenzahlen aber auch die Regierungsparteien gefordert. "Mit gutem Willen könnte das Jahr 2012 nach der bisherigen Blockadepolitik in der Koalition zu einem Wendepunkt führen."
Unterdotierung
Trotz "vielfach vorhandener Unterdotierung" seien den Unis in den vergangenen Jahren Fortschritte gelungen, wie etwa die steigenden Absolventenzahlen, eine erhöhte Repräsentanz von Frauen im tertiären Bereich sowie ein Schub bei den Forschungskennzahlen.
Grünewald fehlt die Kritik
Der Grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald will die "wertvollen Daten" zwar nicht bestreiten, empfiehlt in einer Aussendung aber eine "kritische Betrachtung und Analyse". So würde verschwiegen, dass "die in absoluten Zahlen steigenden Ausgaben für Universitäten durch die Inflation und Gehaltsvorrückungen zunichte gemacht werden". Auch die Hochschulplanungsprognose, die eine weitere Steigerung der Studentenzahlen voraussagt, bezweifelt Grünewald. Diese könnten "durch schwächere Geburtenraten sogar sinken", wie aktuelle Berichte zeigten. "Somit hinkt der Bericht der Wirklichkeit hinterher."
ÖH: Verschleierungstaktik
Auch die ÖH sieht im von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle präsentierten Bericht lediglich "Verschleierung und Schön-Reden". Der Forderung nach mehr finanziellen Mitteln und besseren Betreuungsrelationen stimmt sie in einer Aussendung zwar zu - "bei der Frage, diese Ziele zu erreichen, gehen die Meinungen jedoch weit auseinander", so Angelika Gruber (Verband Sozialistischer Student_innen, VSStÖ) vom ÖH-Vorsitzteam. Töchterle hatte u.a. von einem Maximum an Plätzen im Rahmen der Studienplatzfinanzierung gesprochen; die ÖH pocht jedoch auf einen Ausbau der Kapazitäten.
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