Hacker verbessert Noten
Ein guter Geist war an der Santa Clara University am Werk. Die Noten haben sich wundersam verbessert.
Es ist wie im Film: In die Computer der Santa Clara University, die zu allem Überfluss auch noch in Silicon Valley liegt, wurde ein Hackerangriff verübt. Das Motiv liegt auf der Hand: unzählige Noten hatten sich in den Akten seit dem Jahr 2000 auf wundersame Weise verbessert. Aus F (einem Fünfer) wurde in vielen Fällen A (die Bestnote), auch kleinere Verbesserung bescherte der Einbrecher den Studis aus Kalifornien. Um einen Zufall oder Computerfehler handelt es sich wohl nicht. Alle Einträge haben sich nämlich zum Besseren gewendet.
Zufallsfund
Das Pikante an der Sache ist, dass der Einbruch ins Computersystem schon vor über einem Jahr passiert sein muss. Erst jetzt wurde das Rektorat durch eine ehrliche Studentin darauf aufmerksam, die auf einem Sammelzeugnis bessere Noten fand, als sie tatsächlich erreicht hatte. Die Uni alarmierte daraufhin das FBI.
Über 60 Studierende betroffen
Die Uni-Leitung gibt an, man habe zehntausende Akten durchforstet und konnte 60 Fälle von ehemaligen Studierenden identifizieren, deren Noten sich mirakulös verbesserten. Auch eine nicht genannte kleinere Zahl aktiver Studierender sei betroffen.
Verdacht
FBI Agenten haben mittlerweile den Elektrotechnik-Studenten Mark L. im Verdacht. Die Behörde konfrontierte ihn mit seitenweise Telefon-Verbindungsdaten und fand die Tatsache, dass er seine IM-History löschte verdächtig. Abgesehen von seiner Beschäftigung mit erneuerbarer Energie gilt L. als Netzaktivist. Vielleicht gefiel dem FBI ja sein Auftreten gegen das vielkritisierte Gesetz "PIPA" nicht. L. bestreitet die Vorwürfe, für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Die Bürgerrechtsgruppe Electronic Frontier Foundation (EFF) kritisierte das Vorgehen der Uni. Man sollte die Angelegenheit zuerst intern untersuchen, sie solle nicht gleich nach dem drakonischen US-Bundesrecht behandelt werden.
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